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Tagespflege

Die Tagespflegeeinrichtung ist ein teilstationäres Betreuungsangebot und ergänzt die häusliche Pflege. Sie bietet für Pflegebedürftige verschiedene Aktivitäten und Kontakte, parallel zur Pflege oder Betreuung. Sie richtet sich an alte und kranke Menschen, deren Versorgung in der eigenen Häuslichkeit, zum Beispiel durch Angehörige, nicht sichergestellt werden kann und sie entlasten diese zusätzlich.

 

Je nach individuellem Bedarf besuchen manche Gäste sechs mal wöchentlich die Einrichtung, während andere nur an bestimmten Tagen kommen. Tagespflege richtet sich ebenso an Ältere, die zwar noch in der Lage sind, allein zu Hause zu leben, deren Selbstversorgung aber durch beginnende Hilfsbedürftigkeit gefährdet ist. Auch diejenigen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden und noch nicht die Kraft haben, sich selbständig zu versorgen, können die Tagespflege besuchen.

 

So wie die 80jährige Frau K., die nach einem Herz-Kreislaufversagen ins Krankenhaus eingewiesen worden war. Nachdem die akuten Beschwerden abgeklungen waren, sollte sie wieder in ihre Wohnung zurückkehren. Doch sowohl für ihre Familie als auch für sie stand fest: " Den ganzen Tag allein, das geht nicht mehr." Denn neben starkem Bluthochdruck, Schwierigkeiten beim Gehen und anderen körperlichen Beschwerden litt sie sehr unter ihrer Einsamkeit. Am Abend und am Wochenende kamen zwar die Kinder bei ihr vorbei, doch während der übrigen Zeit fühlte sie sich sehr allein. Der Familie, die damals das Angebot der Tagespflege noch nicht kannte, erschien zunächst ein Heim als einzige mögliche Lösung.

 

Für Frau K., die jetzt in der Tagespflegeeinrichtung betreut wird, ist es die optimale Lösung: "Mir gefällt es hier so gut, dass ich nach dem Wochenende sogar froh bin, wenn es wieder Montag ist und ich hierher kommen kann. Denn hier ist immer etwas los. Dabei war ich am Anfang ganz skeptisch."

 

Tagespflege kommt dem Bedürfnis vieler alter Menschen, möglichst lange im häuslichen Umfeld zu bleiben, sehr entgegen. Ein Umzug in ein Heim kann oft vermieden oder hinausgezögert, pflegende Angehörige können spürbar entlastet werden. Die Gäste sollen dabei unterstützt werden, den Status ihrer verbliebenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erhalten.

 

Der 84jährige Herr L. kam auf Anregung des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt in die Tagespflegeeinrichtung. Er konnte sich wegen zeitweiliger Orientierungsschwierigkeiten nicht mehr selbständig versorgen, weshalb er außerhalb der Tagespflege von "Essen auf Rädern", und einer Haushaltshilfe unterstützt wurde. Von seiner "zweiten Heimat'' erzählte er schon bald begeistert: "Mein Alltag war öde und leer, ich war sehr einsam, denn alle meine Angehörigen sind verstorben. Hier habe ich Freunde und eine neue Familie gefunden. Da helfe ich auch schon mal gerne in der Küche mit, denn es ist ja für mich und meine Freunde."

 

Zum abwechslungsreichen Tagesablauf gehören, neben den Mahlzeiten und der Mittagsruhe, die freiwillige Teilnahme vorausgesetzt, z. B. Spaziergänge, Gedächtnistraining, Spiele und Sitzgymnastik. Das fachlich geschulte Personal kümmert sich auch um kleinere medizinische Belange wie Blutdruck und Pulsmessung, Medikation und Gewichtskontrolle.

 

Der Sohn von Frau G., bei dessen Familie sie lebt, lässt es sich nicht nehmen, die Mutter jeden Morgen mit dem Auto zu bringen und abends wieder abzuholen. Um die 80jährige kann sich tagsüber kein Familienmitglied kümmern, da alle berufstätig sind.

 

Der Sohn von Frau G. erkundigte sich nach einem Platz für seine Mutter. Sie ist leicht verwirrt und würde, wäre sie den ganzen Tag allein zu Hause, in Lethargie verfallen, sich nichts zu Essen machen und die Wohnung vernachlässigen. Seit sie hier ist, hat sich ihr Zustand zunehmend gebessert. Sie hat richtig Selbstbewusstsein entwickelt und gibt in der Gruppe schon den Ton an."