Zusätzliche Betreuungsleistungen (§45b SGB XI)

Für Versicherte/ Pflegebedürftige mit einem erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf gibt es zusätzliche Betreuungsleistungen. Dieser wird in der Regel im Rahmen der Begutachtung zur Pflegestufe erhoben.

Diese zusätzlichen Betreuungsleistungen belaufen sich ab 01.01.2015 auf 104,00 Euro für alle Pflegebedürftigen und bis zu 208,00 Euro für Personen, die nach §45a SGBXI eingestuft sind. Diese Leistungen können umfassen: Betreuung, Hauswirtschaft und Entlastung (auch für Angehörige).

Nicht ausgeschöpfte Beträge können ins folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.

Wichtig für  Menschen mit demenziellen Erkrankungen ist Punkt 3.5 des Formulars, das „Screening und Assessment zur Feststellung von Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“.

 

Das Screening (Vorauswahl) fragt nach Auffälligkeiten in folgenden Bereichen:

  • Orientierung,
  • Antrieb/Beschäftigung
  • Stimmung
  • Gedächtnis,
  • Tag-/Nachtrhythmus,
  • Wahrnehmung und Denken,
  • Kommunikation/Sprache,
  • Situatives Anpassen sowie
  • Soziale Bereiche des Lebens wahrnehmen.

 

Wenn der Gutachter hier mindestens eine Auffälligkeit feststellt,

  • deren Ursache eine demenzbedingte Fähigkeitsstörung, eine geistige Behinderung oder eine psychiatrische Erkrankung ist und
  • die regelmäßig und dauerhaft (voraussichtlich für mindestens sechs Monate) zu einem Betreuungs- und Beaufsichtigungsbedarf führt, hat er das weitere Assessment durchzuführen.

 

13 Items:

  1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
  2. Verkennen oder Verursachen gefährlichen Situationen;
  3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdeten Substanzen;
  4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
  5. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problem bei der Bewältigung von sozialen      Alltagsleistungen geführt haben;
  9. Störung des Tag- Nacht-Rhythmus;
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates (unangebrachtes) Reagieren in Alltagssituationen;
  12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionale Verhalten;
  13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.                                                                          

 

Der Gutachter muss feststellen, ob Alltagseinschränkungen

  1. in erheblichem Maße oder
  2. in erhöhtem  Maße vorliegen.